Was ist Fragmentierung?
Dies ist die Trennung von Fragmenten embryonaler Zellen, die keinen Kern enthalten, dh keine genetische Information. Solche Fragmente können während der Zellteilung innerhalb des Embryos am zweiten oder dritten Tag seiner Entwicklung gebildet werden.
Wie beurteilt man die Embryofragmentierung?
Der Fragmentierungsgrad ist der Prozentsatz von nichtnuklearen Regionen des Zytoplasmas zu normalen Blastomeren (embryonale Zellen).
Dieser Indikator ist so wichtig, dass er in der Klassifizierung der Embryoqualitätskategorie angezeigt wird.
A – der Embryo hat keine Fragmentierung, alle Zellen sind symmetrisch
B – der Embryo enthält bis zu 25% Fragmentierung, die meisten Zellen sind symmetrisch
C – der Embryo hat eine ausgeprägte Fragmentierung (> 25%), asymmetrische Blastomeren
D – die Fragmentierung des Embryos beträgt mehr als 50%, die Blastomeren sind asymmetrisch.
Eine Fragmentierung des Embryos bis zu 25% ist als Variante der Norm möglich, was wiederum seine zukünftige Entwicklung und die anschließende Implantation nicht beeinflusst.
Eine starke Fragmentierung (> 25%) korreliert normalerweise mit einer verringerten Produktion von Blastozysten von ausgezeichneter und guter Qualität.
Mögliche Gründe für die Fragmentierung:
Die Fragmentierung dient einigen Embryonen als programmierter Tod. In solchen Fällen kann die Ursache genetisch bedingt sein. In unserer Klinik empfehlen wir die Durchführung eines Gentests auf 37 Gene, die potenziell den Stillstand der Embryonalentwicklung beeinflussen können.
Nicht-genetische Gründe sind: Verstöße gegen die Bedingungen der Embryonenkultivierung, chronische Krankheiten bei einem Paar und negative Faktoren (schlechte Angewohnheiten, Exposition gegenüber Giftstoffen – Rauchen, Verdunstung von Lacken, Harzen, Farben, Bestrahlung, Chemotherapie) sowie unangemessene hormonelle Stimulation.
Leider ist die Prognose für die weitere Entwicklung umso schlechter, je höher der Fragmentierungsgrad des Embryos ist. Es ist zu beachten, dass es Fälle gibt, in denen Embryonen mit einem starken Fragmentierungsgrad am fünften oder sechsten Tag Blastozysten von guter Qualität bildeten.
Eine Fragmentierung des Embryos am zweiten und dritten Tag der Entwicklung sollte dem Paar also keine Angst machen, in einer solchen Situation ist es möglich, Embryonen zu gewinnen, jedoch wird eine genetische Präimplantationsdiagnostik (PGT) empfohlen.
In unserer Klinik gehört eine Paarberatung durch einen Embryologen zu allen Fragen der Embryonalentwicklung, deren Besonderheiten mit einem Fotobericht von jedem Kultivierungstag zum IVF-Programm. Wir besprechen solche wichtigen Themen in einfacher Sprache. Dies gibt dem Paar ein Verständnis für die Situation in einer so wichtigen Phase auf ihrem Weg zur Elternschaft!